Die Entdeckung von Leichnamen Hunderter Menschen unter den Trümmern von durch israelische Luftangriffe zerstörten Gebäuden hat neue Bedenken hinsichtlich der Möglichkeit von Kriegsverbrechen aufgeworfen. Volker Turk, der Hohe Kommissar für Menschenrechte der Vereinten Nationen, erklärte am Dienstag, dass die Überreste von Leichnamen, insbesondere von vollständigen Familien, an den zerstörten Orten gefunden wurden, wo viele der Opfer Frauen und Kinder waren.
Internationale Bedenken
Turk erklärte in einer Stellungnahme: "Die Bestätigung der schlimmsten Ängste für die Angehörigen der seit langem Vermissten ist wirklich herzzerreißend." Diese Äußerungen haben erneut die in dem Bericht der Vereinten Nationen für 2024 geäußerten Bedenken aufgefrischt, in dem behauptet wird, dass die Angriffe Israels auf Wohngebäude und andere zivile Orte zu Beginn des Krieges möglicherweise gegen das internationale humanitäre Recht verstoßen haben.
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Nach dem tödlichen Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 hat Israel umfassend Gaza angegriffen, und laut den Vereinten Nationen haben diese Angriffe zur Produktion von etwa 61 Millionen Tonnen Abfall und Zerstörung geführt, deren Beseitigung bis zu sieben Jahre dauern könnte. Turk fügte hinzu, dass die Entdeckung von Leichnamen "nur die Spitze des Eisbergs" sein könnte und wies darauf hin, dass große Teile Gazas aufgrund von Bombardierungen oder Zerstörungs- und Räumungsoperationen Israels verwüstet wurden.
Gegenseitige Vorwürfe und das Verhalten Israels
Das Büro des israelischen Premierministers und das Außenministerium haben noch nicht auf Anfragen nach Kommentaren reagiert. Israel hat wiederholt die Vorwürfe zurückgewiesen, gezielt Zivilisten anzugreifen, und behauptet, im Einklang mit dem internationalen Recht im Kampf gegen die Hamas-Milizen gehandelt zu haben. Gleichzeitig haben palästinensische Beamte erklärt, dass seit November 2025 mehr als 630 Leichname und menschliche Überreste aus den Trümmern zerstörter Gebäude in Gaza geborgen wurden, und es wird geschätzt, dass mehr als 8.000 Menschen weiterhin unter den Trümmern begraben sind.
Turk kritisierte auch die fortgesetzte Zerstörung einiger Gebiete Gazas durch israelische Truppen und sagte, dass Bulldozer "ohne Respekt vor den Toten unter den Trümmern" arbeiten. Unter diesen Umständen hat Francesca Albanese, eine Menschenrechtsexpertin der Vereinten Nationen für palästinensische Gebiete, betont, dass Beweise gesammelt und menschliche Überreste identifiziert werden sollten, bevor die vollständige Räumung beginnt.
Laut israelischen Statistiken haben Angriffe, die von der Hamas im Jahr 2023 geleitet wurden, zu 1.200 Toten in Israel und zur Entführung von 251 Personen geführt. Außerdem haben laut Gesundheitsstatistiken aus Gaza mehr als 73.000 Palästinenser während der militärischen Operationen Israels ihr Leben verloren. Israel behauptet, große Anstrengungen unternommen zu haben, um zivile Opfer zu vermeiden, und beschuldigt die Hamas, Zivilisten als menschliche Schutzschilde in dicht besiedelten Gebieten zu verwenden, was die Hamas zurückgewiesen hat.
Das Menschenrechtskommissariat der Vereinten Nationen hat internationalen Zugang zu allen Punkten Gazas gefordert, um bei der Sicherung von Beweisen zu helfen, während Israel den Zugang von schweren Maschinen, die für die Räumung der Trümmer benötigt werden, blockiert hat.
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