Das syrische Parlament hat am 16. September 2025 durch Abstimmung das Terrorgericht, das während der Präsidentschaft von Bashar al-Assad gegründet wurde, aufgehoben und die rechtlichen Auswirkungen seiner Urteile annulliert. Diese Entscheidung wird als eine der ersten bedeutenden Maßnahmen des neuen Parlaments des Landes angesehen.
Hintergrund des Terrorgerichts
Das Terrorgericht wurde 2012 gegründet, um den Aufstand gegen das Regime von Bashar al-Assad zu unterdrücken, und seitdem wurden Tausende von Syrern wegen terrorismusbezogener Vergehen strafrechtlich verfolgt. Dieses Gericht fungierte als Instrument zur Kontrolle und Unterdrückung politischer Gegner, und viele seiner Urteile stießen aufgrund mangelnder ausreichender rechtlicher Garantien auf heftige Menschenrechtskritik.
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Aufhebung und Annullierung der Urteile
Diese Maßnahme des Parlaments bestätigt die offizielle Aufhebung des Terrorgerichts, das von den neuen syrischen Behörden bereits für inaktiv erklärt worden war. Im Juni 2025 erließ Ahmad al-Shara, der Präsident Syriens, einen Erlass, der 67 Richter, die in diesem Gericht tätig waren, abberief. Zudem forderte eine rechtliche Erklärung im März 2025 die Aufhebung der Auswirkungen der ungerechten Urteile dieses Gerichts und die Rückgabe der beschlagnahmten Vermögenswerte.
Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen erklärte in seinem Bericht von 2024, dass das Gesetz von 2012 zur Gründung dieses Gerichts nicht ausreichend rechtliche Garantien bietet und es Bedenken hinsichtlich willkürlicher Festnahmen, Folter und mangelnder Unabhängigkeit des Gerichts gibt. Dieser Ausschuss wies auch darauf hin, dass das Gericht befugt war, von den üblichen Verfahren während der strafrechtlichen Verfolgung und der Gerichtsverhandlung abzuweichen.
Folgen und internationale Reaktionen
Ein weiterer Bericht eines internationalen, neutralen und unabhängigen Mechanismus im Jahr 2024 betonte, dass das Terrorgericht Teil des Justizsystems war, durch das die Festgenommenen unter der Aufsicht der Sicherheitsbehörden von Assad strafrechtlich verfolgt wurden. Dieser Bericht hat umfangreiche und systematische Dokumentationen über Folter und Misshandlungen im staatlichen Haftssystem gesammelt.
Die Abstimmung am Mittwoch fand in den ersten Wochen der ersten Legislaturperiode des neuen syrischen Parlaments statt, das nach dem Sturz von Bashar al-Assad im Dezember 2024 gebildet wurde. Dieses Parlament hat im Juli zum ersten Mal getagt und befasst sich derzeit mit der Situation der Schulen im Land und den stark gestiegenen Kraftstoffpreisen.
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