Der Krieg in der Ukraine und andere regionale Konflikte haben europäische Länder dazu gebracht, ihre militärischen Ansätze zu überdenken. Insbesondere die täglichen Angriffe Russlands mit Drohnen und Raketen haben die bestehenden Schwächen in den Vorräten an fortschrittlichen Waffen offenbart und auf den dringenden Bedarf an der Produktion von günstigeren Raketenwaffen mit hoher Produktionskapazität hingewiesen.
Kriegserfahrungen und Wandel in der militärischen Herangehensweise
Douglas Barrie, ein Experte des International Institute for Strategic Studies, warnt, dass europäische Länder möglicherweise glauben, über ausreichende Vorräte an Marschflugkörpern zu verfügen, während die Realität zeigt, dass diese Vorräte schnell abnehmen. Moderne Kriege verlaufen so, dass Waffen schnell verbraucht werden, was die Notwendigkeit einer Massenproduktion zwingend erforderlich macht.
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Analysten sind der Meinung, dass der europäische Verteidigungssektor jahrelang auf die Produktion begrenzter fortschrittlicher Waffen fokussiert war, während er nun nach günstigeren und massenproduzierbaren Systemen sucht. Diese Änderung in der Herangehensweise ist aufgrund neuer militärischer Realitäten, einschließlich zunehmender Bedrohungen durch Russland, notwendig geworden.
Entwicklung neuer Technologien und Investitionsbedarf
Neue Verteidigungs-Startups in Europa suchen nach Lösungen zur Deckung des Bedarfs an günstigeren Waffen. Beispielsweise hat die Niederlande im Juni 700 Marschflugkörper Ruta Block 2 von dem europäischen Startup Destinus im Wert von 250 Millionen Euro bestellt. Außerdem hat das britische Verteidigungsministerium erste Verträge zur Produktion von Skyhammer-Raketen mit der Firma Cambridge Aerospace unterzeichnet.
Die estnischen Verteidigungskräfte haben betont, dass die Entwicklung kostengünstiger und effektiver Waffensysteme zur Anpassung an die neuen Bedingungen auf dem Schlachtfeld von großer Bedeutung ist. Auch die Ukraine hat es geschafft, viele russische Drohnen durch den Aufbau eines mehrschichtigen Verteidigungsnetzes mit leichteren Waffen abzuschießen.
Der CEO von Cambridge Aerospace, Steven Barnett, weist darauf hin, dass Russland möglicherweise in einer Nacht bis zu 900 Drohnen vom Typ Shahab starten könnte, und der Versuch, diese mit traditionellen und fortschrittlichen Systemen zu bekämpfen, mit sehr hohen Kosten verbunden ist, die für keinen der Verbündeten tragbar sind.
Das Unternehmen Frankenburg, das darauf abzielt, die Kosten für den erfolgreichen Abschuss von Zielen zu senken, arbeitet an der Entwicklung von Systemen, die die Kosten pro Abschuss von etwa 20 Millionen Euro auf 1 bis 2 Millionen Euro reduzieren. Außerdem hat das ukrainische Startup Fire Point angekündigt, ein ballistisches Raketenystem mit Kosten von weniger als 1 Million Euro entwickeln zu wollen, was erheblich günstiger ist als die Kosten ähnlicher amerikanischer Systeme.
Die Verteidigungsindustrie muss sich neuen Herausforderungen in der Produktion und der Beschaffung von Komponenten stellen. Cambridge Aerospace investiert in Raketentriebwerke und andere wichtige Komponenten und strebt an, bis Ende des ersten Quartals des nächsten Jahres 2500 Raketen pro Monat zu produzieren.
Insgesamt zeigen diese Entwicklungen einen grundlegenden Wandel in der militärischen Herangehensweise Europas, der sich in Richtung der Produktion kostengünstiger und hochkapazitativer Waffen bewegt, um den wachsenden Anforderungen des Schlachtfelds gerecht zu werden.
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