Saudi-Arabien sieht sich mit den Folgen des Iran-Amerika-Kriegs konfrontiert. Die geografische Lage dieses Landes, die Abhängigkeit der Energieexportwege von den Wasserwegen der Region und die Sicherheitsverbindungen zu Washington haben dazu geführt, dass die Auswirkungen des Konflikts schnell auf den Energiesektor, die Infrastruktur und die Sicherheit Saudi-Arabiens übergreifen.
Drohnenangriffe und Stopp der Ölexporte
In den letzten Tagen haben Drohnenangriffe auf Teile der Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens zu einem vorübergehenden Stopp dieses Ölpipelines geführt. Saudi-arabische Beamte haben erklärt, dass diese Pipeline aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde. Dennoch wurden bisher keine vollständigen Details über das Ausmaß des Schadens und den Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Aktivitäten veröffentlicht.
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Gleichzeitig hat Ansar Allah aus Jemen seine Angriffe auf Ziele im Süden Saudi-Arabiens verstärkt. Diese Gruppe hat erklärt, dass ihre Angriffe als Reaktion auf die saudischen Angriffe im Jemen erfolgen. Riad hat auch die Luftangriffe auf Stellungen von Ansar Allah wieder aufgenommen; eine Maßnahme, die das Risiko einer erneuten Eskalation des Jemen-Kriegs erhöht.
Rückgang der Ölexporte und wirtschaftliche Folgen
Die Ölexporte Saudi-Arabiens sind ebenfalls von den jüngsten Entwicklungen betroffen. Laut veröffentlichten Daten sind die Ölexporte dieses Landes im vergangenen Monat auf etwa 3,2 Millionen Barrel pro Tag gesunken, was als der niedrigste Stand seit mindestens 13 Jahren beschrieben wird. Diese Situation wirft viele Fragen über die Fähigkeit Saudi-Arabiens auf, die Kriegskosten zu bewältigen, ohne direkt in den Konflikt einzugreifen.
Mohsen Pak-Aein, ehemaliger iranischer Botschafter in Aserbaidschan und Experte für internationale Angelegenheiten, ist der Meinung, dass die Golfstaaten zu dem Schluss kommen müssen, dass sie zur Gewährleistung ihrer Sicherheit und zum Schutz ihrer nationalen Interessen nicht nur auf die USA angewiesen sein können. Er ist der Überzeugung, dass regionale Unsicherheit letztlich vor allem die Sicherheit, die Wirtschaft, die Infrastruktur und die Exportwege der Länder beeinträchtigt.
Pak-Aein wies auch darauf hin, dass Saudi-Arabien anstatt zu versuchen, die regionalen Spannungen zu verringern und auf eine diplomatische Entspannung hinzuarbeiten, in eine Eskalation der Spannungen mit Ansar Allah verwickelt ist. Er betonte, dass Saudi-Arabien sich bewusst sein sollte, dass diese Spannungen möglicherweise höhere Kosten für das Land mit sich bringen können.
Er verwies auch auf den Druck der USA auf Saudi-Arabien und Oman und sagte, dass dieser Druck dazu geführt hat, dass diplomatische Bemühungen wie die Durchführung des Oman-Treffens fruchtlos geblieben sind. In diesem Zusammenhang betonte Pak-Aein, dass die Länder der Region zu dem Schluss kommen müssen, dass die Präsenz ausländischer Mächte nicht nur keine dauerhafte Sicherheit geschaffen hat, sondern in vielen Fällen zu einer Erhöhung der Spannungen geführt hat.
Mit der Fortsetzung dieser Situation muss Saudi-Arabien nach Möglichkeiten suchen, seine Sicherheitspartner zu diversifizieren und die absolute Abhängigkeit von Washington zu verringern. Dennoch scheint die sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit den USA für Riad weiterhin von Bedeutung zu sein.
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